«Das grösste Geschenk, das ich je erhalten habe!»

Kurz nach einer schweren Operation, bemerkt Lea (33), dass sie schwanger ist. Darauf hat sie sich überhaupt nicht eingestellt, zumal ihre Ärzte zweifelten, ob sie überhaupt jemals Kinder bekommen könnte. Kinderlos zu bleiben war ihr irgendwie recht, denn auch ohne Kind kommt es ihr vor, dass vieles im Leben sie überfordert. Über die Jahre hinweg hat sie sich in Schulden verstrickt, ebenso ihr Partner. Die finanzielle Lage des Paares ist chronisch prekär. Lea sieht darum keine andere Möglichkeit als eine Abtreibung und sucht Rat. Per E-Mail nimmt sie Kontakt mit der SHMK auf.

Weihnachtsfreude.

Viele Mütter brauchen Hilfe, um Weihnachten mit ihrem Kind erleben zu können. (© FatCamera/iStock)

Ängste versperren den Weg

Im regen Austausch per E-Mail und in Telefonaten zeigt sich der Beraterin eine Frau, die infolge der jahrelangen Erfahrung, den Herausforderungen des Lebens nicht gewachsen zu sein, von Ängsten aller Art geplagt ist. Lea hat Angst vor ihren Schulden, Angst vor Betreibungen, Angst, von Behörden eingeschränkt zu werden, und nun auch Angst vor der Schwangerschaft und vor dem Kind.

Die Beraterin gibt Lea zu verstehen, dass ihre Lebensprobleme mit der Beseitigung des Kindes nicht gelöst werden. Im Gegenteil: Es könnte alles nur schlimmer werden. Demgegenüber könnte das Kind mithelfen, Lösungen zu finden. Die SHMK stehe ihr zur Seite. Die Situation sei grundlegend neu aufzugleisen. Dabei könne das Kind gut einbezogen werden, ja sogar motivierend wirken. Die Beraterin erklärt ihr, wie die SHMK hierbei helfen kann. Lea kann es kaum fassen, als sie von der materiellen Unterstützung der SHMK erfährt. Doch auch hier stellt sich Angst ein: Solche unerwartete Hilfe ist ihr nicht geheuer. Ob da nicht etwas dahinter stecke, fragt sie.

Leider wirkt ihr Partner entmutigend: Sie würden es mit einem Kind kaum schaffen, meint er. So vereinbart Lea einen Termin für die Abtreibung. Sie teilt dies der Beraterin mit und bedankt sich bei ihr für die angebotene Hilfe.

Einige Tage später erhält die Beraterin von Lea eine E-Mail: Sie habe den Spitaltermin nicht wahrgenommen, sich aber auch nicht für das Kind entschieden. Die Hauptaufgabe sieht die Beraterin nun darin, Leas Ängste abzubauen und ihr Vertrauen ins Leben zu geben. Statt Angst und Druck sollen Freude und Hoffnung zu ihrer zentralen Lebenserfahrung werden. Auch die Gespräche über Unterstützung und Hilfsangebote der SHMK werden weitergeführt. Dabei kostet es die Beraterin einige Mühe, Lea davon zu überzeugen, dass es dabei keinen «Haken» gibt.

Mit Hilfe der SHMK gelingt es Lea, eine günstigere Wohnung zu erhalten und mehr Ordnung in ihren finanziellen Belangen zu schaffen. Sie bekommt so wieder «Luft» und überwindet schliesslich ihre Ängste und sagt der Beraterin spürbar erleichtert, dass sie ihr Kind behalten will.

 

Mutter mit Freude

Sie kann nun die erhaltene Hilfe kaum fassen: «Die SHMK ist die einzige Hoffnung gebende Institution, die ich kenne», sagt sie der Beraterin. Sie freue sich nun so sehr auf ihr Kind.

Nach der Geburt ihres Sohnes erreicht die Beraterin eine Mitteilung Leas, die zeigt, dass nun statt Angst Freude in ihr Leben eingekehrt ist: «Mein Sohn ist das grösste Geschenk, das ich je erhalten habe. Ich bin sprachlos, mir hat noch nie in meinem Leben jemand geholfen. Es ist für mich Weihnachten! Ich danke Ihnen von ganzem Herzen und gebe Ihnen eine grosse Umarmung.»