N.M.: «Du hast deins getötet, Du hast deins getötet»

«Der Gedanke an den Abbruch ist für mich noch heute sehr schmerzhaft und voller Schuldgefühle.»

«Es ist nicht wahr, dass mit der Abtreibung alle Probleme für die Frau vorüber sind. Im Gegenteil! Es war furchtbar! Nach der Abtreibung kam die Krankenschwester und zog blutige Gaze aus mir heraus. Meterweise! Mein Bauch war voll von diesem Zeug. Zu Hause blutete ich wie verrückt. Auch psychisch war ich eine einzige Wunde. Ich habe die Abtreibung überhaupt nicht verkraftet! Immer wieder habe ich grausame Träume, in denen ich mein Kind, das ich getötet habe, suche. Schliesslich muss ich es irgendwo ausgraben und finde es - verwest! Wenn ich dann erwache, muss ich immer weinen. Kürzlich liess ich ein neues Cheminée einbauen. Daraufhin fand ich mein Kind im Traum tot unter dem Cheminéerost. Es ist grauenhaft! Als wir einige Wochen nach der Abtreibung bei einer Familie mit einem Baby eingeladen waren, krampfte sich mein Herz zusammen. Es pochte im Rhythmus "Du-hast-deins-getötet, Du-hast-deins-getötet". An diesem Abend sehnte ich mich unbeschreiblich stark nach einem eigenen Kind. Diese Gefühle kommen immer wieder in mir auf.»