China: Barbarische Missstände wegen Ein-Kind-Politik

Der chinesische Staat zwingt Frauen teilweise zur Abtreibung.

Wer sich der Ein-Kind-Politik Chinas widersetzt, wird mit Geldstrafen belegt oder auch zur Abtreibung gezwungen. Oft kommt es zu Zwangssterilisationen und -abtreibungen, Gefängnisstrafen und Folter. Der Kinderklau hat sich zu einem makabren Geschäftszweig entwickelt.

Damit Lao (2) nicht verschleppt und verkauft wird, bindet ihn sein Vater mit einer Eisenkette an, wenn er unterwegs ist. Seine Tochter (4) ist bereits verschwunden (Bild: www.europics.at)

Am helllichten Tag werden Kinder verschleppt und verkauft. Seriöse Schätzungen gehen von bis zu 200'000 Fällen pro Jahr aus. Jungen werden für umgerechnet bis zu 6000 CHF verkauft, Mädchen für etwa 1000 CHF. Wenn es sich um grössere Kinder handelt, betäuben die Menschenhändler oft ihre Beute, um sie am Schreien zu hindern. Manchmal überstehen die Kinder die Strapazen nicht.

In Peking werden Grossväter verschleppt und eingesperrt, weil die Familie des Sohnes oder der Tochter mehr als ein Kind hat. Freigelassen werden die Grossväter erst wieder, wenn sich die Verwandten sterilisieren lassen. Gemäss einem Zeitungsbericht in Nanfang kam es zu einer 20-tägigen staatlichen Kampagne mit bereits 9559 Sterilisationen. Ein Arzt aus dem Dorf Daba erklärte, dass sein Team durcharbeiten müsse. Jeden Tag beginnen sie um acht Uhr mit den Sterilisationen und arbeiten durch bis am Morgen um vier des darauf folgenden Tages.

Der chinesische Staat zwingt Frauen auch zur Abtreibung, wenn sie «ohne Geburtserlaubnis» schwanger geworden sind. Diese Abtreibungen können bis zum 9. Monat der Schwangerschaft durchgeführt werden und so gewaltsam sein, dass sie zum Tode der Frauen führen. Doch die Ein-Kind-Politik Chinas wird – trotz anderer Verlautbarungen in der Presse – laut Regierungskreisen unverändert fortgesetzt.