Die falsche Zeit fürs Baby? – Keineswegs!

Lydia (28) hat eine Ausbildung abgeschlossen. Sie musste sich bis jetzt mit kleinen Teilzeitstellen durchschlagen. Für immer wollte sie aber nicht in ihren ärmlichen Verhältnissen leben. Um ihre Chancen auf eine gute Stelle zu erhöhen, plant sie eine Weiterbildung. – Ausgerechnet da wird sie schwanger. Und der Kindsvater, ihr Freund? Arbeitslos! Lydia sieht ihren Plan davonschwimmen. Es überwältigt sie die Angst vor unüberwindlicher Armut und einem Leben am Rand der Gesellschaft.

Hilfe im Schwangerschaftskonflikt erfahren.

Lydia zur SHMK-Beraterin: «Ich bin Ihnen und Ihrer Stiftung unendlich dankbar, dass Sie mir in dieser herausfordernden Zeit beistehen.»

Die Suche nach einer vertrauenswürdigen Gesprächsperson führt Lydia zur SHMK. Sie ruft die Notrufzentrale an.

 

Die falsche Zeit

Sie habe eben erfahren, dass sie in der 8. Woche schwanger ist, sagt sie zur Beraterin. Sie erzählt, dass sie sich von der Verantwortung für das Kind erdrückt fühlt und ihren beruflichen Weg in Gefahr sieht. Wie soll ihre Weiterbildung mit einem Baby funktionieren? Die Beraterin erfährt auch von der prekären finanziellen Lage des Paares. Lydias Freund, arbeitslos und von Selbstzweifeln geplagt, reagiert völlig apathisch auf die Schwangerschaft: Ihm sei es egal mit dem Kind, Lydia soll entscheiden! Alles in allem, so meint die junge Frau, sei es die falsche Zeit für ein Kind. Sie fasse deshalb die Abtreibung ins Auge.

Die Beraterin erklärt Lydia, dass eine Weiterbildung auch mit dem Baby zu schaffen sei. Die SHMK habe schon viele Frauen auf diesem Weg unterstützt. Und was die falsche oder richtige Zeit fürs Kind anbelangt, könne gerade dieses Kind ihrem Leben jenen Verlauf geben, der sie nachher glücklich macht!

 

Ein holpriger Weg

In den folgenden Wochen spricht Lydia immer wieder mit der Beraterin oder tauscht sich per E-Mail mit ihr aus. Dabei zeigt sie sich in der Diskussion recht zuversichtlich für ein Leben mit dem Kind, doch schon kurz darauf ist sie wieder verzagt. Die Gespräche vermögen die Schwangere zwar jeweils wieder aufzufangen, doch die Ängste vor Versagen und Armut belasten sie stets aufs Neue. Die Beraterin begibt sich deshalb zu Lydia nach Hause und bespricht mit ihr nochmals alle ihre Sorgen.

Ein paar Tage nach diesem Besuch ruft Lydia, sie ist inzwischen in der 12. Schwangerschaftswoche, die Beraterin abermals voller Panik an: So viele Ängste machten ihr zu schaffen. Sie traue sich die Erziehung eines Kindes noch nicht zu. Es sei deshalb tatsächlich die falsche Zeit. Die Beraterin vernimmt dabei, dass die Schwangere bereits einen Abtreibungstermin hat.

In einer intensiven Diskussion geht sie auf die Gründe für diese erneuten Ängste ein. Im Verlauf dieses Gesprächs vermag Lydia zu sehen, dass das kleine Wesen, das sie in sich trägt, schutzbedürftig ist und ihrer Liebe und Zuneigung bedarf, ja, dass es wirklich ein Baby ist. Und – sie versteht, dass ihr Kind wichtiger ist als ihre Ängste!

 

Lydia schreibt der Beraterin Worte aus tiefstem Herzen

Mit der Absage des Abtreibungstermins und ihrem Entscheid für ihr Baby, kommt bei Lydia nun echte Freude auf. Das Kind verleiht ihr plötzlich einen Mut, dem ihre Ängste weichen. Dieser Mut steckt sogar ihren Freund an. Er überwindet im Verlauf der Schwangerschaft seine Gleichgültigkeit und beginnt, sich auf die Geburt zu freuen.

Dann erlebt Lydia konkret, dass das Leben nicht aus dem Ruder läuft: Die SHMK anerkennt ihren Bedarf an einer beruflicher Weiterbildung und hilft ihr dabei, ihr Leben so zu organisieren, dass diese möglich wird.

Als Lydia ihre Tochter zur Welt bringt, spürt sie, wie nun ein neues Lebens für sie begonnen hat. Sie ist glücklich darüber und weiss, dass es die richtige Zeit dazu ist. Dankbar teilt sie der SHMK mit: «Für die moralische und finanzielle Unterstützung Ihrer Stiftung möchte ich Ihnen von ganzem Herzen danken. Dass unser Baby lebt und eine gute Zukunft haben wird, ist allein Ihrer Stiftung zu verdanken!»

Und dann findet der Freund eine Teilzeitstelle – gerade zur rechten Zeit. Ein paar Wochen nach der Geburt schreibt Lydia der Beraterin: «Nochmals vielen, vielen herzlichen Dank für all Ihre Bemühungen. Ich bin Ihnen und Ihrer Stiftung unendlich dankbar dafür, dass Sie mir in dieser herausfordernden Zeit beistehen.»