Drei Weihnachten – jedes Mal anders!

Am Dreikönigstag 2014 greift Pia (31) zum Telefonhörer und ruft die Notrufzentrale der SHMK an. Die grösste Sorge der Familienmutter zu Beginn des neuen Jahres: Sie ist ungewollt schwanger.

Zuversichtlich geht Pias Familie den ersten Weihnachten mit ihrem dritten Kind entgegen.

Zuversichtlich geht Pias Familie den ersten Weihnachten mit ihrem dritten Kind entgegen. (Symbolbild; Foto: shutterstock/FamVeld)

Es ist Dreikönigstag 2014, als Pia (31) spätabends den Telefonhörer in die Hand nimmt, die Notrufzentrale der SHMK anruft und sich ihr Leid von der Seele spricht. Die Familienmutter von zwei kleinen Kindern hat keine frohen Weihnachtstage erlebt. Ihre grösste Sorge zu Beginn des neuen Jahres: Sie ist ungewollt schwanger.

Pias Mann leidet an starken Depressionen. Über längere Zeit war er arbeitslos. Seit kurzem hat er wenigstens eine Teilzeitstelle. Mit Schrecken haben sie kurz vor Weihnachten festgestellt: Ein drittes Kind ist unterwegs! Die Furcht vor einem Rückfall in die Entbehrung sitzt tief. Pia sucht deshalb im Internet nach Abtreibungsmöglichkeiten und landet aus Versehen auf der Internetseite der SHMK. Ob sie dort Hilfe zur Abtreibung erhält?

 

Bei der SHMK: nur echte Hilfe!

Die Beraterin vom Nachtdienst hört von der Angst des Ehemanns vor einer grösseren Familie. Er will unbedingt, dass seine Frau abtreibt. Mit einer Abtreibung könne man ihn doch beruhigen, versucht Pia der Beraterin zu erklären. Diese gibt der Schwangeren zu verstehen, wofür die SHMK da ist: Die Stiftung leiste echte Hilfe, nicht solche, die nur neue Probleme schafft und das menschliche Leid vergrössert. Pia erfährt, dass Mütter in Not bei der SHMK materielle und finanzielle Hilfe erhalten können, persönlich begleitet werden und sich stets bei ihrer Beraterin melden dürfen. Das hilft ihr, die Ängste abzubauen, so dass sie sich für die Unterstützungspläne interessiert, welche die SHMK ihr anbietet.

Nach intensivem Gedankenaustausch in der Folgezeit schöpft Pia Hoffnung, dass es klappen wird, und sagt Ja zum Kind – falls auch ihr Gatte zustimmt. Denn sie hat Angst, er könnte sie verlassen. Sie möchte daher, dass eine Beraterin auch mit ihm spricht.

 

«Es ist zu spät!»

So fährt eine Beraterin vom Tagesdienst bis ans andere Ende der Schweiz, um auch mit dem Familienvater zu reden. Dieser macht es ihr allerdings nicht einfach. Er zieht alle Register an Argumenten für eine Abtreibung: Er kämpfe mit Depressionen, sie hätten zu wenig Geld, er sei schon mit zwei Kindern überfordert. Die Überlegungen der Beraterin würden an sich stimmen, doch in der konkreten Lage kämen sie zu spät! Die Beraterin entgegnet spontan: «Zu spät ist es nur, an ein Leben mit zwei Kindern zu denken, wo das dritte Kind schon da ist!»

Diese Sichtweise macht den Familienvater betroffen: Er stoppt tatsächlich den Druck zur Abtreibung und akzeptiert schliesslich das dritte Kind.

 

Frohen Weihnachten entgegen

Nun geht es an die Geburtsvorbereitung. Da Pia nicht mehr mit Kindern gerechnet hatte, hat sie die gesamte Babyausstattung weggegeben. Eine Neuanschaffung übersteigt das knappe Budget der Familie. Deshalb hilft die SHMK. Nun breitet sich echte Freude auf die Geburt aus. Und als schliesslich ein süsser Bub geboren wird, gibt sich

auch Pias Mann sehr gerne mit ihm ab und übernimmt seine Vaterrolle auch diesem Kind gegenüber.

Von der SHMK bekommt die Familie Lebensmittelgutscheine für den ausgewiesenen Bedarf und auch benötigte Kinderkleider. «Ich wüsste nicht, wie ich ohne diese Unterstützung klarkommen würde, und möchte mich nochmals ganz herzlich für diese grosse Hilfe bedanken!», schreibt Pia der Beraterin.

An Weihnachten 2014 kann Pia für einen kurzen Moment frohe Stunden erleben, zumindest, wenn sie auf ihre drei Kinder mit ihren leuchtenden Augen blickt. Denn mit ihrem Mann stimmt etwas nicht. Sie weiss nicht was, aber er rückt mit der Sprache nicht heraus.

Noch ist das neue Jahr nicht alt, als offenbar wird, dass Pias Mann mit Kleinkrediten einen Schuldenberg aufgetürmt hat. Das Geld ist verloren. Die Frau steht mit ihren Kindern vor dem Ruin. Jetzt ist die SHMK gefordert: Sie begleitet Pia beim Thema Schuldenberatung. Gleichzeitig erhöht sie die monatliche Unterstützung, ohne aber die Schulden zu tilgen. Bis Mitte Jahr gelingt es, die finanzielle Lage der Mutter zu stabilisieren.

Im Herbst 2015 sagt Pia zur Beraterin: «Ohnemein jüngstes Kind hätte ich diese dunkelste Zeitmeines Lebens vermutlich nicht durchgestanden.Es gibt mir so viel Kraft!» Gerade rechtzeitig vorWeihnachten verlängert die SHMK die Unterstützungfür Pias Familie. Nun kann diese hoffnungsvollfrohen Weihnachten entgegenblicken.