Ein Aufstieg von ganz unten

Dora (36), Mutter eines Mädchens (2), durchlebt schwere Zeiten. Ihr Mann, um einiges älter als sie, ist krank und schon länger arbeitslos. Die kleine Tochter beansprucht Dora zwar, doch noch mehr zu schaffen machen ihr Depressionen seit einer früheren Abtreibung. Ans Arbeiten kann sie deshalb nicht denken. Dazu fühlt sie sich zu schwach. Die Familie führt ein karges Leben, abhängig von der Sozialhilfe. Als Dora feststellt, dass sie wieder ein Kind erwartet, ist sie darum wie vom Blitz getroffen.

Dora überwindet ihre Angst und ein herziges Mädchen darf das Licht der Welt erblicken.

Dora überwindet ihre Angst und ein herziges Mädchen darf das Licht der Welt erblicken. (Symbolbild; Foto: 123rf/famveldman)

Die schwangere Mutter befürchtet, dass mit einem zweiten Kind der desolate Zustand zementiert wird. Sie erwägt darum, abzutreiben, und teilt dies einer Freundin mit. Diese hat schon von der SHMK gehört und ruft unverzüglich die Notrufzentrale an.

 

Jeder Blick in die Zukunft macht Angst

Sogleich suchen eine Beraterin und ein Berater die Schwangere an ihrem Wohnort auf und lernen ihr Dilemma kennen. Der Ehemann möchte zu 100% kein Kind mehr. Er ist schon mehrfach operiert worden und gesundheitlich angeschlagen. Zudem ist er der Spielsucht erlegen: Alles verfügbare Geld des Haushalts verschwindet in kürzester Zeit in Spielautomaten. Sie selbst leidet darunter, immer wieder Phasen aushalten zu müssen, in denen die Mittel kaum fürs Nötigste reichen. Im ganzen Haushalt gibt es oft nichts Essbares. Der Kühlschrank ist fast immer leer. Sie hat Angst, dass es mit einem weiteren Kind schlimmer wird, und meint, dieses Fiasko könne nur mit einer Abtreibung verhindert werden.

Aber auch die Abtreibung macht ihr Angst. Seit Jahren ist sie in psychiatrischer Behandlung und benötigt Medikamente gegen ihre Depressionen. Dora führt diese direkt auf eine Abtreibung zurück. So wird ihr bei jedem Blick in die Zukunft angst und bang.

Jetzt geht es darum, Dora zu helfen, ihre Angst vor der vermeintlich unentrinnbaren Not zu überwinden. Die Berater versichern ihr, dass die SHMK so helfen kann, dass die Situation tragbar wird. Für Dora ist das ein Lichtblick. Sie reicht der SHMK alle erforderlichen Dokumente ein, damit ihr Unterstützungsbedarf abgeklärt wird.

 

Das mitfühlende Herz der beiden Berater

Die Unterlagen zeigen, dass die Familie deutlich unter dem sozialen Existenzminimum lebt. Für die Berater ist klar, dass Dora so rasch als möglich Tritt unter den Füssen bekommen muss, damit sie nicht in der Panik doch abtreibt. Deshalb bieten sie der Familie sofortige Hilfe durch Gutscheine für Nahrungsmittel bei einem Grossverteiler an sowie materielle Hilfe für das zweijährige Mädchen.

Als Dora dann zu einer Besprechung zur SHMK kommt, erzählt sie den Beratern von einem weiteren Problem: In ihrer Ehe stürmt es gewaltig. Ihr Gatte ist aggressiv und einschüchternd. Die geplagte Frau ist froh, endlich mit jemandem mögliche Wege aus dieser Krise zu erörtern. Ihr Mann drängt zudem weiterhin auf Abtreibung – trotz der bereits laufenden Hilfe durch die SHMK. Bevor sie wieder geht, gibt ihr die Beraterin zu ihrer Freude schöne Umstandskleider für sie mit.

Sie spürt jetzt: Bei der SHMK hat sie Menschen gefunden, von denen sie sich verstanden fühlt und die auch etwas für sie tun. «Dank der SHMK fühle ich mich nicht mehr allein», sagt sie. «Ich bin so froh, dass ich Ihnen begegnet bin.»

So gelingt es Dora zum Glück, die Angst vor einer weiteren Geburt zu überwinden und ihr ungeborenes Kind anzunehmen. Die Abtreibung ist vom Tisch und ein herziges Mädchen darf das Licht der Welt erblicken.

 

Zufrieden als Mutter und mutiger als Frau

Dora schätzt es, sich weiterhin mit den Beratern über die Probleme mit ihrem Mann auszusprechen. Diese unterstützen die Idee, sich vorübergehend von ihrem Mann zu trennen, bis dieser die Spielsucht überwunden hat. Dadurch könne sie sich besser auf die Bedürfnisse ihrer Familie konzentrieren und neue Kraft schöpfen in der Hoffnung, dass es mit ihrer Beziehung zum Mann bald wieder gut kommt.

Inzwischen versorgt die Stiftung die Mutter und ihre beiden Kindern mit der notwendigen Ausstattung für Kleinkinder und mit regelmässigen Beiträgen für den täglichen Bedarf. Dora wird denn auch nicht müde, den Beratern für die erhaltene Hilfe zu danken. Sie ist zutiefst in ihrem Herzen froh, dass sie ihre zweite Tochter behalten hat, und schenkt ihr nun die ganze mütterliche Zuwendung und Fürsorge.