Erst 2x Nein, dann 2x Ja

Manchmal suchen Menschen bei der SHMK nicht Hilfe, sondern die Bestärkung in der Meinung, Abtreibung sei für sie die richtige Lösung. Doch mit dem guten Rat der SHMK kann sich die Sicht auf die noch so aussichtslose Situation völlig verändern.

Statt Abtreibung und Trennung gibt es heute eine neue Familie.

Statt Abtreibung und Trennung: eine Familie mehr. (Foto: panthermedia.net)

Die unglaubliche Geschichte begann vor anderthalb Jahren: Eine Frau meldet sich bei der SHMK-Notrufzentrale: Ihre Schwester Jeannette, dreissig, sei schwanger und wolle abtreiben. Und das sei gut so! Sie habe dem Baby schliesslich nichts zu bieten, da sie jetzt alleine mit ihm dastehe. Ein Berater erklärt ihr, wie die Stiftung sich für das Leben einsetzt und darum keine Abtreibungen unterstützen kann. Doch, Jeannette müsse abtreiben, insistiert die Schwester. Sie habe kurz vor der Hochzeit gestanden, als sie schwanger wurde. Nun aber wolle der Kindsvater nichts mehr von Heirat wissen und dränge auf Abtreibung. Der Berater geht mit Angeboten der Hilfe auf die besorgte Schwester der Schwangeren ein, mit dem Ergebnis, dass ein Treffen mit der schwangeren Frau und deren Schwester bei der SHMK zustande kommt.

Jeannette überwindet ihre Zerrissenheit

Beim Treffen bei der SHMK sind der Berater und eine Beraterin zugegen. Jeannette wirkt sehr niedergeschlagen. Ständig wiederholt sie: «Ich will dieses Baby nicht!» und fleht, man möge ihr helfen, das Baby loszuwerden. Ohne solide berufliche Grundlage, lebe sie von der Hand in den Mund. Als Alleinerziehende, so meint sie, ginge es ihr für immer schlecht. Sie würde das Baby zwar gerne behalten. Doch habe ihr Verlobter Nein zu ihr gesagt und so sei sie in eine Lage geraten, in der ihr nichts anderes übrig bleibt, als Nein zum Kind zu sagen. Die beiden Berater legen Jeannette nochmals dar, wie die Stiftung auch in ihrem Fall echte Hilfe anbieten kann, und übergeben ihr informative Unterlagen zur Lektüre mit auf den Nachhauseweg. Doch bevor sie sich verabschieden, findet noch ein Gespräch unter vier Augen statt, von Frau zu Frau.Die SHMK hilft der jungen Mutter bei der Geburtsvorbereitung und beim Zusammenstellen der Babyausstattung. Und das war nötig. Denn der kleine Bub kommt früher als erwartet. Die SHMK sorgt nun dafür, dass Jeannette gut über die Runden kommt, bis sich ihre finanzielle Lage gefestigt hat.

Die Begegnung bei der SHMK und die Informationen haben offenbar etwas in Jeannette ausgelöst. Sie ist nochmals zu einem Treffen mit den Beratern bereit. Wohl wissend, dass es das letzte Treffen mit Jeannette sein könnte, zeigen diese der bedrängten Mutter nochmals auf, wie sie mit Unterstützung der SHMK diese schwierigste Phase ihres Lebens durchstehen kann. So kann sich Jeannette schliesslich zur Auffassung durchringen, dass es doch besser ist, die angebotene Hilfe anzunehmen anstatt abzutreiben. Sie sagt Ja zu ihrem Baby.

Nun gilt es noch den Exverlobten zu überzeugen. Dazu reist der Berater mit dem Auto der Notrufzentrale quer durch die Schweiz. Das Gespräch ist gut und schafft Vertrauen, doch der Mann lässt lässt sich noch nicht umstimmen.

Damit Jeannette beruflich mehr Chancen hat, bietet ihr die SHMK an, auf Stiftungskosten eine Ausbildung beim Roten Kreuz zu absolvieren. Doch obwohl sich jetzt ihre Lage aufhellt, fällt Jeannette in der kommenden Zeit nochmals in eine tiefe Krise. Die Perspektive, allein zu sein, schlägt voll durch. Eines Tages sagt sie der Beraterin, sie wolle nur noch sterben. Doch dann beginnt sie die Bewegungen ihres Kindes zu spüren. Dieser Kontakt mit dem Baby stimmt sie völlig um. Sie sagt, sie sei nun richtig glücklich, dass sie nicht abgetrieben hat.

Unerwartetes Glück

Die Besserung geschieht auf unerwartete Weise: Ein paar Monate nach der Geburt ihres Sohnes, kurz vor Weihnachten 2014, besucht Jeannette die SHMK – mit dem Vater ihres Buben! Dieser hat eine Wende durchgemacht und sagt nun Ja zu seinem Kind und seiner Verlobten. Sie wollen nun definitiv heiraten!

Wie hat sich der Einsatz für das Leben gelohnt: Statt eine Abtreibung und eine gescheiterte Beziehung gibt es nun eine neue glückliche Familie mit Vater, Mutter und Kind!