«Es war zwar ein Wunschkind, aber jetzt will ich abtreiben!»

Silvia und ihr Mann möchten schon lange Nachwuchs und malen sich aus, wie sie als Familie leben würden. Unbeschreiblich gross ist darum die Freude, als sie in Erwartung kommt. Doch die Glücksgefühle sind von kurzer Dauer. In Silvia vollzieht sich ein radikaler Stimmungswandel: Auf einmal erscheint ihr die Zukunft düster. Muttersein ist für sie bald keine Option mehr! Auf Geheiss der Ärztin ruft sie bei der SHMK-Notrufzentrale an.

Erneut ein Wunschkind: die Tochter Silvias.

Silvia zur SHMK-Beraterin: «Es war so gut, dass Sie immer für uns da waren. Was hätten wir nur ohne Sie gemacht!» (Symbolbild)

Noch vor der Schwangerschaft wurde Silvia wegen eines Tumors am Rücken operiert. Seither leidet sie unter Schmerzen, weshalb sie auch in psychiatrischer Behandlung ist. Kaum dass sie eine neue Arbeit angetreten hat, wird sie schwanger. Gleich bringt Silvia ihrem neuen Arbeitgeber die freudige Kunde. Leider ist dieser gar nicht erfreut. Er kündigt ihr noch in der Probezeit die Stelle.

Das trifft sie hart. Sie verfällt ins Grübeln. In ihr verfestigt sich die Meinung, sie könne die Aufgaben einer Mutterschaft gar nicht bewältigen. Schwanger zu sein löst bei ihr plötzlich Panik und Verzweiflung aus. Ein Leben als Mutter kommt für sie jetzt nicht mehr in Frage. Als sie mit ihrer Ärztin darüber spricht, weist sie diese auf die SHMK hin. Silvia, nun in der 7. Schwangerschaftswoche, ruft die SHMK-Notrufzentrale an.

 

Von Selbstzweifeln gelähmt

Die Beraterin traut kaum ihren Ohren, als sie Silvia hört: «Es war zwar ein Wunschkind, aber jetzt will ich abtreiben!» Die Aufgaben einer Mutterschaft kämen ihr unermesslich hoch vor, erklärt die Verzweifelte. «Eine gute Mutter sein, das schaffe ich nie!» Ihr Kinderwunsch habe sich verflüchtigt. Auch habe sie eine Riesenangst, dass vieles schief gehen kann. Horrorvorstellungen von der Geburt würden sie verfolgen. Sie möchte von einer kompetenten Person vernehmen, dass in ihrem Fall die Abtreibung der richtige Weg aus der Bedrängnis ist.

Die Beraterin spricht mit Silvia über die Krisen, die Frauen manchmal in der frühen Schwangerschaft durchmachen. Will sie wirklich ihren lange gehegten Kinderwunsch in Frage stellen? Nach dem ersten Gespräch äussert Silvia den Wunsch, mit der Beraterin in Kontakt zu bleiben. Diese wird in der Folgezeit denn auch in Anspruch genommen. Silvia klagt und weint am Telefon und per E-Mail immer wieder ihre Not vom Herzen: Sie habe kein Gefühl mehr für ihr Kind und würde ihm mit ihren Ängsten sogar schaden!

 

Mut ist stärker als Angst

Nun organisiert die Beraterin ein persönliches Treffen. Das Gespräch und die Atmosphäre sind gut. Dadurch kommt in Silvia die Vorfreude auf ihr Baby zurück, auch durch das erneute Angebot der Beraterin, sie bei der Betreuung des Kindes zu unterstützen. Langsam wächst wieder die Hoffnung, dass sie in die Aufgabe einer Mutter hineinzuwachsen vermag. So kann sie ihr Kind wieder annehmen. Erleichtert sagt sie der Beraterin: «Es geht mir viel besser. Das Gespräch mit Ihnen hat mich gerettet.»

Zum Glück ist Silvias Mann verständnisvoll und nimmt viel Rücksicht auf sie; denn es dauert seine Zeit, bis ihr Entschluss bei ihren Gefühlen ankommt. Die Beraterin bleibt bei neuen Zweifeln ihre stützende Gesprächspartnerin. Und Silvia lässt sie wissen: «Ich bin sehr dankbar, dass ich immer bei Ihnen anrufen kann! Sie sind mein Engel.»

 

Geglückter Neubeginn mit Baby

Noch am Tag der Geburt ihrer Tochter sendet Silvia ihrer Beraterin ein Babyfoto. Das Wunschkind bringt Licht in ihr Leben. Silvia geht es immer besser. Mit froher Erwartung blicken sie und ihr Mann nun der Zukunft entgegen. «Ich kann Ihnen wirklich nicht genug danken für all das, was sie für uns getan haben», schreibt sie.

Nach und nach treffen bei der Beraterin neue Bilder der Tochter ein, begleitet vom Dank für den erhaltenen Beistand: «Wir möchten uns für all die Hilfe und Unterstützung bedanken. Es war so gut, dass Sie immer für uns da waren. Was hätten wir nur ohne Sie gemacht!»