"Heilt mich nicht – mein Kind soll leben"

Eine Abtreibung kam für Malgorzata Stefanelli-Burakowska nicht in Frage - obschon es für sie selbst den Tod bedeutete.

Am 6. November 2010 wurde in der Provinz Reggio Emilia in Italien die 39jährige Polin Malgorzata Stefanelli-Burakowska zu Grabe getragen. An Brustkrebs erkrankt, verzichtete sie während der Schwangerschaft auf die rettende Chemotherapie. Eine Abtreibung zog sie nie in Erwägung. Ihr Sohn Gabriel kam gesund zur Welt, sie aber starb am 2. November 2010.

SHMK-Nachrichten: Malgorzata Stefanelli-Burakowska rettet das Leben ihres ungeborenen Kindes und entscheidet sich gegen eine Abtreibung

Eine Frau, die es verdient, erwähnt zu werden: Malgorzata Stefanelli-Burakowska. Dank ihres Lebensopfers darf ihr Sohn Gabriel heute leben – am 26. März wird er zwei Jahre alt. Malgorzata zweifelte keinen Moment, als sie sich während der Schwangerschaft entscheiden sollte – entweder das Kind oder ich. Sie entschied sich für das Kind und gegen eine Abtreibung. Ihr Mann, Adelmo Stefanelli, ist Zeuge: "Sie war fest entschieden, sich zu opfern. Sie zweifelte nicht, als der Arzt ihr prophezeite, wenn sie keine Abtreibung machen lasse und die Behandlung weiterführe, sei ihr Los sicher. Sie wollte das Kind um jeden Preis schützen."
Vor vier Jahren wurde bei Malgorzata ein bösartiger Brustkrebs diagnostiziert. Mitten in der Chemotherapie wurde sie jedoch schwanger und unterbrach darauf sogleich die Behandlung. Als der kleine Gabriel auf die Welt kam, setzte Malgorzata die Chemotherapie wieder fort, doch der Krebs war bereits zu weit fortgeschritten …

Beerdigung in Castelnovo

"Malgorzata liebte das Leben", sagte Pfarrer Don Evangelista Margini an der Beerdigung, "aber sie hatte sich entschieden, das Recht ihres Kindes zu verteidigen und eine Abtreibung abzulehnen." Und Pfarrer Don William Neviani: "Sie glaubte an das Leben und an die Solidarität. Sie glaubte an Gott und hoffte auf ihn, der uns die Kraft gibt, auch mitten in den Schwierigkeiten voranzuschreiten."

Die Familie wurde von vielen Menschen aus der Gemeinde unterstützt, in einer Umarmung der Liebe und der Freundschaft. Ob Malgorzata ihrem Sohn einen Brief hinterlassen hat, wissen wir nicht. Die Italienerin Maria Cristina Cella Mocellin, die 1995 für ihr Kind gestorben war, hinterliess ihrem Sohn Riccardo folgende Worte: "Wenn ich dich anschaue und dich so wunderschön vor mir sehe, denke ich, dass es kein Leiden gibt, das sich nicht lohnen würde, für ein Kind auszuhalten."