Im letzten Moment aus der Klinik geholt

Lina (20) ist alleinerziehende Mutter eines kleinen Mädchens. Mit 18 wurde sie nach einem One-Night-Stand schwanger. Schon damals erwog sie eine Abtreibung. Doch dann begegnete sie der SHMK und machte eine durchwegs positive Erfahrung. Mittlerweile hat sie ihr Leben wieder auf Kurs gebracht. Auch hat sie eine Beziehung zu einem seriös erscheinenden jungen Mann aufgebaut. Doch als sie ihm mitteilt, dass er Vater wird, zeigt er sein wahres Gesicht.

Er will nur eines: die Abtreibung. Lina weiss nicht mehr, wo ihr der Kopf steht, und sucht jemanden, um über ihre Gefühle zu sprechen. Sie erinnert sich an die SHMK und wählt die Notrufnummer.   Alleingelassen, von Sozialhilfe abhängig, überfordert  Die B

Lina war zur Abtreibung bereits in der Klinik. Heute sagt sie: «Ich bin so froh, dass ich nicht abgetrieben habe!» (Symbolbild)

Er will nur eines: die Abtreibung. Lina weiss nicht mehr, wo ihr der Kopf steht, und sucht jemanden, um über ihre Gefühle zu sprechen. Sie erinnert sich an die SHMK und wählt die Notrufnummer.

 

Alleingelassen, von Sozialhilfe abhängig, überfordert

Die Beraterin hört Linas verzweifelte Geschichte. Zu ihren Eltern habe sie kaum Kontakt. Und weil der Vater ihrer Tochter unbekannt ist, erhalte sie keinen Unterhalt und benötige Sozialhilfe. Nach der Geburt habe sie die Ausbildung unterbrechen müssen. Es sei für sie sehr anstrengend gewesen, sich im Leben wieder zurechtzufinden. Nun habe sie die Ausbildung wieder aufgenommen. Finanziell sei ihre Lage zwar angespannt, aber sie komme durch. Ein zweites Kind, meint sie, würde ihre Situation wieder verschlimmern, denn ihr Freund, von dem sie völlig enttäuscht ist, wolle sie nicht unterstützen.

Die Beraterin erklärt ihr, dass doch auch für ein zweites Kind Platz geschaffen werden könne und die SHMK ihr ja wieder helfen werde. Es folgen einige Gespräche. Lina beginnt Mut zu fassen.

Doch dann raten ihr insgeheim mehrere andere Stellen zur Abtreibung: die Sozialhilfe, die Lehrmeisterin, Freunde – und nicht zuletzt und mit Nachdruck auch der Kindsvater. Deshalb tritt jetzt Funkstille ein. Lina meldet sich nicht mehr und ist nicht mehr zu erreichen.

 

Zur Abtreibung bereits im Spital

Drei Wochen vergehen, dann erhält die Beraterin von Lina eine E-Mail: Sie habe sich gegen das Kind entschieden! Alle in ihrem Umfeld seien gegen das Kind. Sie befinde sich schon in der Klinik. Demnächst bekäme sie ein Medikament zur Vorbereitung der Abtreibung vom nächsten Morgen. Es mache ihr zwar zu schaffen, doch es sei besser so.

Die Beraterin spürt, dass die Schwangere unter Druck gesetzt worden ist. Unverzüglich fährt sie zwei Stunden weit zur Klinik und kommt erst nach dem Ende der Besuchszeit dort an. Tatsächlich sagt ihr Lina, sie fühle sich vom Freund, von der Lehrmeisterin und von der Sozialhilfe unter Druck gesetzt. Die Beraterin legt ihr nochmals dar, wie sie es zusammen mit der SHMK schaffen wird, das Leben mit zwei Kindern zu meistern.

Lina erkennt, dass sie zu früh ins Spital gegangen ist, und meldet den Austritt. Im kurzen Entlassungsgespräch verharmlost die Gynäkologin die Abtreibung und erklärt Lina, wie sie auch nach der 12. Woche noch zur Abtreibung kommen könne. Auch äussert sie, es würde mit zwei kleinen Kindern für sie sehr schwer werden. Doch Lina verlässt zusammen mit der Beraterin die Klinik.

 

Im Vertrauen auf die SHMK: Entscheid fürs Kind

Dass die Beraterin den weiten Weg zu ihr in die Klinik auf sich genommen hat, macht auf Lina einen starken Eindruck. Sie vertraut der SHMK, dass sie ihr durch dick und dünn helfen wird. Die Beraterin vermittelt ihr am nächsten Tag einen guten Gynäkologen. Bei diesem sieht sie erstmals ihr Kind im Ultraschall. Dies berührt sie so sehr, dass sie ihr Kind nun ganz annimmt. Von der SHMK erhält sie jetzt wertvolle Unterstützung in der Lebensführung. Das Ausbildungsverhältnis muss sie noch einmal einvernehmlich auf das Ende des Mutterschaftsurlaubs unterbrechen.

 

Zweifache Mutter und glücklich

Als Lina wegen der Geburt für vier Tage im Spital weilt, hütet die Beraterin sogar ihre Tochter, da sie dafür niemanden finden konnte. Ab Geburt erhält die zweifache Mutter Gutscheine und materielle Unterstützung, damit sie nicht unter das Existenzminimum fällt.

Immer wieder bedankt sich Lina: Sie sei sehr froh, sich für das Kind entschieden zu haben und dass ihr die SHMK dazu Mut gemacht hat und wirksame Unterstützung leistet. Ohne diese Hilfe hätte sie es niemals geschafft. Nach der Geburt ihrer zweiten Tochter lässt sie die Beraterin wissen, es gehe ihr gut, der Kindsvater taue langsam auf und suche nun doch den Kontakt! Über ihr Leben als Mutter sagt sie: «Ich freue mich total an meinen beiden süssen Kindern! Vielen Dank für ihre grossartige Hilfe!»