Ingrid im Babyglück will die Kleine nicht mehr hergeben

Ingrid (30) erlebte mehrere Fehlgeburten. Nun hat sie resigniert und will nicht mehr schwanger werden. Ihr Freund bricht die Beziehung ab. Dann wird Ingrid unerwartet von einem neuen Freund schwanger, der gar kein Kind will. Er signalisiert ihr, dass er nichts vom Kind wissen will – und auch immer weniger von Ingrid.

Ingrid würde die Kleine nicht mehr hergeben.

Ingrid zu ihrer Beraterin: «Ich bin Ihnen so unendlich dankbar, dass Sie mir bei meiner Entscheidung damals beigestanden sind.»

Für Ingrid bricht eine Welt zusammen. Da findet sie durch eine Bekannte die Webseite der SHMK. Sie schreibt alles auf, was ihr durch den Kopf geht, und schickt eine lange E-Mail an die SHMK-Notrufzentrale.

 

Masslose Enttäuschung

Eine Beraterin schreibt ihr rasch zurück und signalisiert die Hilfsbereitschaft der SHMK. In einem Telefonat erzählt Ingrid der Beraterin, wie sie das Desinteresse ihres Freundes an ihr und dem Kind schmerze. Dabei hätten sie über Familie und Kinder gesprochen und ihre Auffassungen stimmten überein. Nun aber sage er ihr, er wolle jetzt keine Familie, eine Abtreibung sei für sie und das Kind besser, so werde sie nicht alleinerziehend. Genau das ängstige sie. Sie sei masslos enttäuscht. Die Beraterin zeigt Ingrid auf, wie die SHMK Schwangeren in Not beisteht, und sagt ihr die nötige Unterstützung zu.

 

Beraterin bewirkt Motivationsschub

In der Folge entwickelt sich ein intensiver Austausch zwischen Ingrid und der Beraterin. Diese ist gefordert, der Schwangeren immer wieder Mut zu machen. Denn die Aussprachen mit dem Kindsvater bringen nur Enttäuschungen. Ingrid erfährt von ihm auch, dass er eine neue Freundin hat. Sie fühlt darum den Druck zur Abtreibung noch stärker. Wegen der erlebten Fehlgeburten zögert sie jedoch. Die Beraterin erklärt ihr, wie sie auch als Alleinerziehende dem Kind viel bieten könne. Kinderbetreuung und Finanzen könnten geordnet werden, und sie dürfe immer auf die SHMK zählen. Und weil das gute Zureden nicht genügt, besucht die Beraterin Ingrid bei ihr zu Hause. Dort schildert sie ihr, wie das Leben mit dem Kind einer Frau eine ganz neue Erfahrung eröffnet, zu einer tiefen Bereicherung des Lebens führen und grosses Glück bewirken kann. Sie rät Ingrid auch, auf sich und ihr Kind zu achten und sich nicht vom Kindsvater unter Druck setzen zu lassen.

 

Der Durchbruch

Kurze Zeit nach diesem Treffen teilt Ingrid der Beraterin mit, dass sie das Kind behalten will. Nun zeigt sich bei ihr ein Wandel: Sie ist plötzlich motiviert, ihr Leben so zu organisieren, dass sie für ihr Kind da sein kann. Sie erlebe wirkliche Vorfreude auf ihr Kind, schreibt sie der Beraterin. Die Gleichgültigkeit des Kindsvaters dauert an. Die Beraterin empfiehlt Ingrid, sich vermehrt jenen Personen zuzuwenden, die sie verstehen.

 

Mutterfreude

Nachdem Ingrid eine gesunde Tochter geboren hat, nimmt das Baby die frischgebackene Mutter ganz für sich ein. Beruflich verschiebt Ingrid ein paar Vorhaben auf einen späteren Zeitpunkt. Dafür lebt sie jetzt in der Freude an ihrer Tochter, die ihr einen Blick für Dinge schenkt, die sie bis dahin kaum wahrgenommen hat. «Ich würde die Kleine nicht mehr hergeben wollen», lässt sie die Beraterin wissen. Ingrid packt das Leben als Mutter initiativ an. Dabei kann sie sich auf ihre Eltern und auf die SHMK verlassen. So ist die Kindesbetreuung vorerst gesichert. Sie kann darum auch wieder arbeiten. Die Unterhaltszahlungen des Kindsvaters sollten bald einsetzen. Die SHMK unterstützt die Mutter mit der Babyausrüstung und hilft bei der Deckung von Kosten des Babys, solange dafür Bedarf besteht. Ihrer Beraterin schreibt Ingrid: «Ich bin Ihnen so unendlich dankbar, dass Sie mir bei meiner Entscheidung damals beigestanden sind.»