Lebensbedrohliche Existenzkrise überwunden

Vor drei Jahren hat Claudia (27) ihren Traum vom eigenen Geschäft verwirklicht. Leider wird daraus ein Albtraum. Zu grosser Laden, zu wenig Kunden, zu teure Mitarbeiter: Der Konkurs droht. Genau in diesem Moment merkt sie, dass sie schwanger ist. Der Kindsvater will nichts vom Kind wissen. Jetzt denkt sie an Abtreibung und an Selbstmord. – Dank der Hilfe der SHMK geht es heute Mutter und Kind gut.

Claudia kann sich auf bessere Zeiten freuen.

Nach einer turbulenten Zeit freut sich Claudia auf ein Leben mit ihrer Tochter. (Symbolbild)

In der SHMK-Notrufzentrale trifft eine E-Mail ein: Eine Frau bittet um Hilfe, nicht für sich, sondern für ihre Tochter. Eine Beraterin geht ans Telefon und bespricht sich mit der Mutter. Ihre Tochter sei in der achten Woche schwanger und stehe kurz vor dem Konkurs. Die Nerven würden blank liegen. Sie habe bereits mehrere Zusammenbrüche erlitten. Die Beraterin ihrerseits erläutert der Mutter, wie die SHMK schwangere Frauen in Notlagen unterstützt. Diese bekommt einen guten Eindruck vom Wirken der SHMK. Auf Empfehlung ihrer Mutter ruft die schwangere Tochter selbst die SHMK-Beraterin an.

 

Claudia nahe an der Verzweiflung

Die Beraterin lernt die junge Frau als Person kennen, die ihre Ziele durch nimmermüdes Arbeiten anstrebt, mitunter bis zur Erschöpfung. Claudia erzählt, dass ihr beim Geschäft jetzt das Scheitern drohe. Die Schulden würden immer grösser. Der Kindsvater, der Mann ihrer grossen Liebe, wolle vom Kind nichts wissen und offenbar auch immer weniger von ihr. Die Schwangerschaft habe unpassender nicht kommen können, meint sie. Sie überlege sich abzutreiben.

Die Beraterin gibt ihr zu verstehen, dass ihre Lage, wenn sie auch schwierig ist, kein Grund sei, mutlos zu werden. Gerade die Mutterschaft könne für sie zu einem Erfolg werden.

 

Viele Hoch und Tief

Die Beraterin vereinbart mit Claudia und ihrer Mutter ein Treffen. Dabei wird die aktuelle Lage von allen Seiten besprochen: die Beziehung zum Kindsvater, von dem sie sich verraten fühlt, und auch der drohende Konkurs. Diesen will Claudia verhindern, wozu sie aber die Mittel nicht hat. Zur Vermeidung der Insolvenz bietet ihr die Beraterin an, den Mietzins des Geschäfts für vier Monate zu übernehmen. Für Claudia ist das ein starker Aufsteller. Beeindruckt von solcher Unterstützung, gelangt sie zur Auffassung, dass sie mit Hilfe der SHMK den Start ins Mutterleben wagen kann.

Doch etwas später verlassen sie die Kräfte erneut. Claudia erleidet abermals einen Zusammenbruch und muss für eine Weile in eine Klinik. Sie ist akut suizidgefährdet und bedarf laut ihrer Ärztin der Schonung und Überwachung. So bleibt ihr nur die Anmeldung des Konkurses übrig. Claudias Mutter erledigt im Auftrag ihrer Tochter den Konkurs, die Beraterin steht ihr dabei zur Seite.

 

Endlich aufwärts

Nach der Entlassung aus der Klinik braucht Claudia Unterstützung vom Sozialamt. Dieses ist aber erst bereit, für die Zeit ab der Geburt des Kindes einen ausreichenden Betrag zu bezahlen. Die SHMK überbrückt Claudia die Zeit bis zur Geburt und hilft ihr beim Besorgen der Babyausstattung. So kehrt endlich Ruhe in Claudias Leben ein. Sie erholt sich und kann sich auf die Geburt vorbereiten.

Als zu Beginn der heissen Sommertage ein herziges Mädchen das Licht der Welt erblickt, wird es von einer Mutter in die Arme genommen, die sich freut, mit ihm in die Zukunft aufzubrechen: «Ich bin unglaublich stolz», schreibt Claudia der Beraterin in der Geburtsanzeige. «Ich danke Ihnen für Ihre tolle Unterstützung.» Und auch Claudias Mutter bedankt sich gerührt: «Ohne Ihre Hilfe hätten wir das nicht geschafft. Ganz herzlichen Dank!»

Für die Beraterin ist die Geschichte noch nicht zu Ende: Sie bleibt mit Claudia in Kontakt und begleitet sie mit fürsorglicher Aufmerksamkeit.