Neue Kraft geschöpft

Marlen (19) steckt mitten in der Lehre. Doch die Ausbildung erweist sich als starke Herausforderung. Sie bekundet etliche Mühe, die erwartete Leistung zu erbringen. Die Chefin setzt mit ihr eine Zielvereinbarung fest, die sie unbedingt erreichen soll. Dann platzt die Bombe: Marlen stellt fest, dass sie schwanger ist. Auch das noch – und ausgerechnet jetzt! Sie spricht mit ihrer Chefin darüber. Deren Votum ist eindeutig: abtreiben!

Familienglück statt Abtreibung und was die SHMK dazu beigetragen hat.

Familienglück statt Abtreibung: Die SHMK trägt dazu bei. (Foto: dolgachov/Stockfoto)

Abtreiben? Bei diesem Gedanken ist es Marlen nicht wohl. Doch wenn es keine andere Möglichkeit gibt …? Gerade jetzt soll sie noch mehr berufliche Leistung erbringen, ihre Ausbildung erfolgreich abschliessen und gleichzeitig Mutter sein – wie soll das gehen? Sie weiss weder ein noch aus.


Marlen findet Hilfe

In ihrer grossen Sorge surft sie im Internet herum. Da trifft sie auf die SHMK und sendet gleich eine E-Mail an die Notrufzentrale. Rasch nimmt eine Beraterin Kontakt mit ihr auf und erklärt ihr, wie sich die Stiftung für Frauen in Not engagiert. Ein Termin für ein Treffen wird vereinbart.

Marlen kommt zusammen mit ihrem Freund zur SHMK. Ihre beruflichen Probleme stehen ganz oben. Sie muss die Lehre unbedingt schaffen. Auch ihr Freund ist noch in der Ausbildung. Die beiden sehen nicht, wie sie es schaffen können, nun als Eltern weiter durchs Leben zu gehen. «Das Ganze ist sehr stressig», meint der Freund, und fügt hinzu: «Abtreibung ist keine so gute Lösung.» Doch sind die Ängste vor der finanziellen Belastung und vor beruflichem Scheitern so gross, dass für beide das Thema Abtreibung im Raum steht.

Die Beraterin weiss natürlich, wie wichtig für beide eine abgeschlossene Ausbildung ist. Doch verdeutlicht sie ihnen auch, dass dies nicht auf Kosten des Babys geschehen soll. Es entwickelt sich ein gutes Gespräch, in dem es ihr gelingt, den beiden Wege aufzuzeigen, auf denen sie zusammen mit dem Kind eine gute berufliche Zukunft haben können. Nach diesem ersten Gespräch scheint darum die Abtreibung fürs Erste gebannt.

Doch das Baby ist noch nicht sicher. Ein Ja zum Kind wird auch erschwert durch die Haltung der Eltern von beiden. Diese sagen klar, sie trauten es den Jungen nicht zu, dass sie das schaffen. Zudem sind ihre Mittel zu knapp, das junge Paar mitzutragen.

 

Plötzlich fällt alles viel leichter

In weiteren Gesprächen gelingt es der Beraterin, Marlen zu überzeugen, dass sie mit der Hilfe der SHMK die Situation meistern kann. Sie und ihr Freund entscheiden sich schliesslich ganz für das Baby und wollen auch „Ja“ zueinander sagen und eine Familie gründen. Jetzt kehrt eine grosse Freude ein. Das junge Paar beginnt mit den Geburtsvorbereitungen. Alles fällt ihnen plötzlich viel leichter.

Die Nachricht von der Geburt eines Buben erhält die SHMK von einer überglücklichen Mutter. Ihr Baby sei «so ruhig und pflegeleicht», teilt sie mit. Und noch eine gute Nachricht überbringt Marlen: Sie wird schon einen Monat nach der Geburt den schulischen Teil der Ausbildung fortsetzen. Die Eltern des Freundes konnten es sich so einrichten, dass sie in dieser Zeit für das Baby schauen können.

Nun kommt die finanzielle Hilfe zum Zug. Die SHMK unterstützt die jungen Eltern und das Baby regelmässig mit wertvollen Einkaufsgutscheinen. Jetzt bekommen sie die finanziellen Sorgen in den Griff. Erleichtert können sie sich der Ausbildung widmen. Der Freund Marlens braucht nicht mehr lange bis zum Lehrabschluss und sucht bereits jetzt nach einer guten Stelle. Das junge Paar ist darauf bedacht, möglichst bald auf eigenen Füssen zu stehen.