Über eine Flucht – und eine Hochzeit

Livia (25) ist im siebten Himmel – sie und ihr Freund schmieden Heiratspläne. Der Hochzeitstermin steht fest. Da wird die junge Frau schwanger. Doch ihr Freund, der Kindsvater, macht keinen Hehl daraus, dass er vom Kind nichts wissen will. Für Livia bricht eine Welt zusammen. Niedergeschlagen meldet sie sich bei der SHMK-Notrufzentrale. Sie muss weg – und die SHMK hilft ihr dabei…

Nach der Beziehungskrise: Familie im Glück.

Livia zur SHMK: «Meine Tochter ist mein grösstes Glück. Und ohne Euch gäbe es sie nicht!»

Livia kommt zur SHMK und trifft sich mit einer Beraterin. Sie war über einen Kurzfilm auf Facebook auf die SHMK aufmerksam geworden. Nun schildert sie, wie der Freund auf sie einstürme und dauernd fordere, sie müsse auf alle Fälle abtreiben.

Livia hat Angst, dass er sie verlässt, wenn sie nicht tut, was er will. Vor einiger Zeit war sie schon einmal schwanger von ihm. Und auch damals habe er sie massiv zur Abtreibung gedrängt und sie habe nachgegeben. Das habe sie psychisch schlecht verkraftet und sie bereue es sehr.

Die Beraterin hört Livia aufmerksam zu, um ihre Verhältnisse genau zu verstehen. Sie zeigt ihr auf, wie die SHMK ihr zur Seite stehen kann, damit sie das Leben mit dem Kind zu meistern vermag. Und dies auch im Fall, dass ihr Freund sie nicht heiraten würde.

 

Unerwartete Begegnung

Bei der SHMK zu Besuch, begegnet Livia zufällig einer Mutter mit ihrem Neugeborenen. Diese sagt ihr, dass auch sie sich in äusserst schwierigen Umständen befunden habe, nun aber wirklich glücklich sei, dass sie sich für ihr Kind entschieden habe! Das beeindruckt Livia sehr.

Wieder zuhause, lässt der Druck von Seiten ihres Freundes nicht nach. Er bearbeitet sie auch in den folgenden Tagen andauernd mit Druck und Zwang zur Abtreibung. Livias Nerven liegen blank. Sie spürt, dass die Situation immer mehr in Richtung Abtreibung driftet und sie unbedingt Distanz zum Freund braucht.

 

SHMK verhilft zur Flucht

In ihrer Not ruft sie erneut die Beraterin an. Sie teilt ihr mit, dass der Termin im Spital für die Abtreibung feststehe. Der Freund habe dies arrangiert. «Ich muss von ihm weg», sagt sie, «sonst schaffe ich es nicht, seinem Drängen auf Abtreibung zu widerstehen, wie schon beim letzten Mal.»

Die Beraterin organisiert für Livia sogleich eine temporäre Bleibe an einem geheimen Ort, den der Freund nicht kennt – bei einer der SHMK gut bekannten Familie. Von dort aus sagt Livia den Abtreibungstermin ab. Ohne diese Flucht, sagt sie nachher der Beraterin, hätte sie es nicht geschafft, den Termin zu streichen. Durch diese neuen Umstände lösen sich auch die Heiratspläne in Luft auf und der Hochzeitstermin fällt ins Wasser.

Als sich die Situation etwas entspannt und Abtreibung keine Frage mehr ist, beendet Livia ihre Flucht und macht sich daran, die Freundschaft zu retten, denn sie liebt diesen Mann nach wie vor. Nun hilft ihr die SHMK bei der Beschaffung der Babyausstattung.

 

Geburt und Happy End

Die Beziehung zu ihrem Freund verbessert sich nur langsam. Erst als Livia einen gesunde Tochter zur Welt bringt, geschieht eine entscheidende Wende: Das Kind auf den Armen, das Bewusstsein, nun eine Familie zu sein, lassen Livia und ihren Freund die bisherigen Beziehungsprobleme in einem anderen Licht sehen.

Nach den ausgestandenen Spannungen obsiegt ihr Zusammengehörigkeitsgefühl. Ihr Verhältnis festigt sich nach und nach. «Mein Freund hat sich völlig gewandelt. Er ist so hilfsbereit geworden», lässt sie die Beraterin wissen.

Nach mehreren Monaten reaktivieren die beiden ihre Hochzeitspläne und heiraten schliesslich. Livia ist überglücklich mit ihrer kleinen Tochter und ihr Ehemann ein stolzer und fürsorglicher Familienvater. Der Beraterin sagt die frischgebackene Mutter, sie könne es kaum fassen, dass sie beinahe abgetrieben hätte.

Als sie mit ihrem Baby bei der SHMK zu Besuch weilt, äussert sie: «Meine Tochter ist mein grösstes Glück. Und ohne Euch gäbe es sie nicht!»