Vom späten Wandel des Grossvaters

Ramona (21) stammt aus armem Haus. Ihre Eltern verdienen wenig. Mit ihnen und ihrem Bruder lebt sie in einer kleinen Wohnung. Als ausgebildete Fachfrau Gesundheit bereitet sie sich berufsbegleitend auf die Matura vor, um später Medizin zu studieren. Dank dieser beruflichen Aussicht hegen die Eltern grosse Hoffnungen, es im Alter besser zu haben. Aber dann ziehen dunkle Wolken auf …

Grossvater nimmt das Kind an.

Ramona: «Mein Kind zu behalten war die beste Entscheidung.»

Zwei Wochen vor den Maturitätsprüfungen merkt Ramona, dass sie schwanger ist. Angst überkommt sie! Die Vision vom Arztberuf droht zu platzen. Ihr Freund (22) verdient recht gut. Er lässt Ramona jedoch wissen, er wolle nichts mit dem Kind zu tun haben, sie soll abtreiben. Als sie ihm sagt, sie wisse nicht, ob sie abtreibe, blockiert er sie auf seinem Telefon und auf WhatsApp. Ramona ist enttäuscht und fühlt sich im Stich gelassen.

 

Unchristliche Reaktion

Vor der Reaktion ihrer Eltern erhofft sie sich Unterstützung, weil sie gläubige Christen sind und ein Onkel Pfarrer ist. So sagt sie es ihrer Mutter, die es dem Vater mitteilt. Doch dann reagiert der Vater ganz unerwartet. Er sieht Ramona aus der Rolle des Hoffnungsträgers fallen und verlangt, dass sie abtreibt! So lange sie dies nicht tut, spreche er nicht mehr mit ihr. Aus Loyalität zum Vater hält sich die Mutter unbegreiflicherweise zurück.

Das Schweigen des Vaters wird für Ramona zur unerträglichen Tortur. Sie vereinbart nun einen Abtreibungstermin und sucht in der zehnten Schwangerschaftswoche, während der Maturaprüfungen, auch bei einer Psychiaterin Hilfe.

 

Eine Gedanke, der zu Herzen geht

Diese Ärztin kennt zum Glück die SHMK und vermittelt noch am selben Tag ein Gespräch zwischen Ramona und einer SHMK-Beraterin. So spricht Ramona am Nachmittag noch lange mit einer Beraterin. Sie erfährt vor allem von den Hilfen, die es für alleinerziehende Mütter gibt. Die Beraterin gibt Ramona zu bedenken, dass sie jetzt schon Mutter ist und nur sie ihr Kind beschützen kann. Das geht ihr zutiefst zu Herzen.

 

Ramona bringt Mutter zur SHMK

Bald trifft sich Ramona mit der Beraterin persönlich. Sie hört, dass sie Anspruch auf Unterhalt durch den Kindsvater hat und wie ein Studium auch mit einem Kind zu schaffen ist. Ebenso erklärt die Beraterin Ramona, wie die SHMK ihr unter die Arme greifen kann. Und sie zeigt ihr das grosse Lager mit Babykleidern und Babyausrüstungen. Ramona fühlt sich von der Beraterin gut verstanden. Die tatkräftige Hilfe verleiht ihr grossen Mut: Sie entscheidet sich für ihr Kind und sagt den Abtreibungstermin ab. – Die Maturaprüfungen besteht Ramona übrigens gut.

Jetzt bringt Ramona ihre Mutter zur SHMK. Die Beraterin nimmt sich Zeit. Zu dritt erfolgt eine ausführliche Lagebesprechung. Nun sagt die Mutter zu, dass sie Ramona gegenüber dem Vater unterstützen will.

 

Hoffnungsvoller Wandel

Die Mutter gibt nun Ramonas Vater zu verstehen, dass sein Verhalten nicht zu seinem Christsein passt. Auch der Onkel, der Pfarrer ist, redet mit ihm. So beginnt der Vater nach drei Monaten, endlich wieder mit seiner Tochter zu sprechen. Ramona ist erleichtert und sagt der Beraterin: «Als meine Familie und mein Freund mich im Stich gelassen haben, ist die SHMK für mich zu einer Ersatzfamilie geworden!»

Nach der problemlosen Geburt ihres Sohnes, dankt Ramona der Beraterin: «Ich bin so froh, dass ich mein Baby behalten habe!» Etwas später berichtet sie der Beraterin, wie begeistert ihr Vater von seinem Grosskind ist. Wenn er von der Arbeit heimkommt, nimmt er das Baby auf den Arm und sagt, dass jetzt seine Opazeit sei! Und die Mutter habe schon zugesagt, auf den Kleinen aufzupassen, wenn Ramona zum Studium geht.

Die SHMK hilft mit Babyausrüstung, Kleidern sowie Kinderwagen und unterstützt Ramona so, dass sie nach der ohnehin geringen Mutterschaftsentschädigung nicht in ein finanzielles Loch fällt, sondern ihren eingeschlagenen Weg zum Studium weiterverfolgen kann. Die Beraterin begleitet die junge Mutter auch im Umgang mit der KESB in Sachen Vaterschaftsanerkennung und Unterhalt.

Als Ramona der Beraterin Fotos ihres Jungen sendet, schreibt sie dazu: «Mein Kind zu behalten war die beste Entscheidung.»